Wasserleitungen, Hochflächen und stille Berglandschaften im Südwesten Gran Canarias
Diese abwechslungsreiche Rundwanderung führt durch das Bergland oberhalb des Soria-Stausees bis hinauf zur Presa de las Niñas. Auf rund 12,5 Kilometern erleben wir dabei sehr unterschiedliche Landschaften: kleine Fincas und Palmenhaine, felsige Barrancos, alte Wasserleitungen, weite Hochflächen und schließlich den Stausee mit den Kiefernwäldern der höheren Bergregionen.
Besonders schön ist die Wanderung im Winter und Frühjahr. Dann blüht an vielen Stellen der gelbe Ginster, die Landschaft wird deutlich grüner und im Februar stehen auf halber Höhe auch einige Mandelbäume in der Blüte.
Ein weiterer Reiz dieser Tour ist ihre Ruhe. Große Teile der Wanderung führen durch eine kaum besiedelte Berglandschaft, in der wir unterwegs eher Schafen und Ziegen als anderen Wanderern begegnen.

Technische Daten
Strecke: ca. 9-13 Kilometer, es gibt verschiedene Möglichkeiten für diese Wanderung
Höhenmeter: 300-440 m rauf und runter, je nach genauer Wandertour
Dauer: ca. 3-4 Stunden reine Gehzeit (mit Pausen 4–5 Stunden)
Schwierigkeit: 2-3 siehe hier
Die Wege sind meist gut begehbar, teils etwas schmale Pfade, etwas steinig, mit leichtem Auf und Ab. Ein klein bisschen Trittsicherheit und normale Kondition sind für die Wandertour ausreichend.
Nach DAV Klassifikation blau bis rot
Allgemeine Infos zu den Wanderungen mit Führer auf Gran Canaria, Ausrüstung und Preise hier.
Verpflegung: Selbstverpflegung, siehe hier, unterwegs keine Einkehrmöglichkeit
Kosten: 59 Euro pro Person.
>>> Termine
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Die Wanderung ist konditionell aufgrund ihrer Länge etwas anspruchsvoller, technisch aber überwiegend gut machbar. Einige Abschnitte verlaufen auf schmaleren und steinigeren Pfaden. Eine normale Kondition und Trittsicherheit solltest Du deshalb mitbringen.

Start oberhalb des Soria-Stausees
Ich starte die Wanderung im Bergland oberhalb des Soria-Stausees. Zunächst geht es auf einer befestigten kleinen Straße bergauf. Wir passieren einige Häuser und Fincas und gewinnen dabei langsam an Höhe.
Schon bald wird der Weg schmaler und die Umgebung deutlich ursprünglicher. Im Winter kann die Vegetation hier stellenweise recht üppig werden und die Pfade sind dann teilweise etwas überwachsen.
Hinter uns öffnet sich zunehmend der Blick über das Tal von Soria und die Berglandschaft des Südwestens.
Durch einen kleinen Barranco

Weiter oben wechselt der Weg auf schmalere Wanderpfade und führt durch einen kleinen Seitenbarranco.
Palmen, Sukkulenten und die typische Vegetation der mittleren Höhenlagen begleiten uns. Besonders nach einem regenreichen Winter wirkt diese ansonsten eher trockene Gegend überraschend grün.
Je höher wir kommen, desto felsiger wird die Landschaft.
Dabei tauchen immer wieder alte Wasserleitungen auf, die zeigen, welcher Aufwand früher notwendig war – und teilweise bis heute notwendig ist –, um Wasser durch diese trockene Bergregion zu transportieren.
Wasserleitungen und große Ausblicke
Nun folgt einer der landschaftlich interessantesten Abschnitte der Wanderung.
Teilweise geht es unmittelbar an alten Wasserleitungen entlang. Diese ziehen sich kilometerweit durch die Berge und überwinden dabei Täler und felsige Hänge.
Gleichzeitig werden die Aussichten immer weiter.
Unter uns liegt das Tal von Soria mit seinem großen Stausee. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit durch den Barranco de Arguineguín in Richtung Küste.

Hier zeigt sich sehr schön die typische Landschaft des Südwestens von Gran Canaria: tiefe Täler, steile Felswände und darüber überraschend weitläufige Hochflächen.
Über die einsamen Hochflächen
Nach dem Aufstieg verändert sich die Landschaft deutlich.
Die tiefen Barrancos liegen nun unter uns und wir wandern durch eine offene, nur dünn besiedelte Hochlandschaft.
Hier oben geht es wesentlich ruhiger zu. Immer wieder begegnen mir Schafe oder Ziegen, die in dieser abgelegenen Gegend weiden.

Ginster, Wolfsmilchgewächse und einzelne kanarische Kiefern prägen die Landschaft. Je nach Jahreszeit wirkt die Hochfläche entweder fast karg oder ist von vielen gelben Blüten überzogen.
Gerade diese Weite macht für mich einen großen Teil des Reizes dieser Wanderung aus.
Die Presa de las Niñas
Nach einigen Kilometern erreichen wir schließlich die Presa de las Niñas.
Der Stausee liegt auf knapp 900 Metern Höhe zwischen den Bergen und bildet einen schönen Kontrast zur trockenen Felslandschaft der Umgebung.

Wie viel Wasser sich im See befindet, ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Nach regenreichen Wintern kann er gut gefüllt sein, nach längeren Trockenperioden fällt der Wasserstand dagegen deutlich niedriger aus.
Am Stausee machen wir eine längere Pause.
Gerade wenn genügend Wasser vorhanden ist, ist dies einer der ruhigsten und angenehmsten Plätze der gesamten Wanderung.
Am Stausee entlang
Nach der Pause geht es zunächst ein Stück entlang des Stausees weiter.
Auch hier begleiten uns wieder alte Wasserbauwerke und Wasserleitungen.

Im Hintergrund stehen nun zunehmend kanarische Kiefern und die Landschaft wirkt deutlich anders als noch beim Start weiter unten.
Anschließend beginnt noch einmal ein kurzer Anstieg.
Durch Ginster und Felslandschaft
Noch einmal führt der Weg durch ein kleines Seitental bergauf.
Im Winter und Frühjahr kann hier der Ginster großflächig gelb blühen. Zwischen den Sträuchern stehen einzelne Kiefern und immer wieder ragen größere Felsen aus der Landschaft.
Später wechseln wir auf einen breiteren unbefestigten Weg.
Nach den offenen Hochflächen folgen wieder schmalere Wanderpfade durch eine felsige Landschaft.
Schafe, Ziegen und alte Höhlen
In diesem abgelegenen Teil der Tour begegnet man immer wieder Spuren der traditionellen Weidewirtschaft.

Zwischen den Felsen befinden sich alte Höhlen und Unterstände. Dort sieht man immer mal wieder größere Schaf- und Ziegenherden.
Über teilweise steinigere Pfade geht es anschließend weiter zurück in Richtung des Tales.
Zurück zum Ausgangspunkt oberhalb von Soria

Schließlich erreichen wir wieder den Bereich, durch den wir bereits beim Aufstieg gekommen sind. Den letzten Abschnitt gehen wir auf dem bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt oberhalb von Soria.
Im Winter zeigt sich die Landschaft hier noch einmal von ihrer farbenfrohen Seite. Besonders im Februar blühen zwischen Feigenkakteen, Wolfsmilchgewächsen und den dunklen Felsen einige Mandelbäume.
Damit endet eine sehr abwechslungsreiche Wanderung durch eine der ruhigeren Berglandschaften im Südwesten Gran Canarias.
