Grüne Barrancos, alte Wanderwege und die Riscos de Tenteniguada
Diese abwechslungsreiche Wanderung bei Valsequillo führt durch die Berglandschaft rund um Valsequillo und Tenteniguada. Auf gut zehn Kilometern wechseln sich ein grüner Barranco, alte Wasserleitungen und Bauernwege, kleine Nebenstraßen, Terrassenfelder und schöne Wanderpfade miteinander ab.
Besonders eindrucksvoll ist die Wanderung im Winter und Frühjahr. Nach den ersten Regenfällen werden die Hänge rund um Valsequillo kräftig grün und im Januar und Februar kommen die blühenden Mandelbäume dazu.
Der landschaftliche Höhepunkt liegt oberhalb von Tenteniguada. Von dort habe ich fantastische Ausblicke über das Tal und auf die schroffen Felsformationen der Riscos de Tenteniguada.

Technische Daten
Strecke: ca. 10,2 km
Höhenmeter: ca. 515 m bergauf und bergab
Dauer: ca. 4,5–5 Stunden inklusive Pausen
Schwierigkeit: 3 – mittelschwer
Wege: Wanderpfade, alte Steinwege, kleine Nebenstraßen sowie einzelne schmale und etwas steilere Abschnitte
Verpflegung: Selbstverpflegung, unterwegs ist je nach Variante eine Einkehr in Tenteniguada möglich
Für die Wanderung brauchst Du eine normale Kondition und etwas Trittsicherheit. Einige kurze Abschnitte sind schmaler oder steiler, technisch schwierig ist die Tour aber nicht.
In diesem Gebiet gibt es mehrere Möglichkeiten, die Wanderung zu verändern oder zu verkürzen. Hier beschreibe ich die Rundwanderung Valsequillo – Tenteniguada mit Start und Ziel im Zentrum von Valsequillo.
Von Valsequillo hinunter in den Barranco

Ich starte die Wanderung in Valsequillo direkt an der Plaza San Miguel mit der Kirche von Valsequillo.
Von dort geht es zunächst hinunter in den Barranco unterhalb des Ortes. Schon nach kurzer Zeit verschwinden die Häuser hinter uns und die Landschaft verändert sich deutlich.
Im Talgrund wachsen große Bäume und dichtes Schilfrohr. Nach Regenfällen fließt hier teilweise auch Wasser durch den Barranco.
Dieser erste Abschnitt ist gleichzeitig der letzte Teil unserer Rundwanderung, denn einige Stunden später kommen wir auf demselben Weg wieder zurück.
Entlang einer alten Wasserleitung bergauf

Nach einem Stück im Barrancogrund zweige ich nach links ab. Nun beginnt einer der ursprünglicheren Abschnitte der Tour.
Zunächst geht es entlang einer alten Wasserleitung, anschließend steigt ein schmaler Wanderpfad den Hang hinauf. Teilweise wird der Weg etwas steiler und hier ist ein wenig Trittsicherheit gefragt.
Solche Wasserleitungen gehören zur traditionellen Kulturlandschaft Gran Canarias. Über sie wurde das knappe Wasser zu Feldern und Gärten geleitet – ohne diese aufwendigen Bewässerungssysteme wäre Landwirtschaft in vielen Teilen der Insel kaum möglich gewesen.
Nach dem Anstieg erreiche ich die ersten Felder unterhalb von Tenteniguada.
Felder, Mandelbäume und kleine Nebenstraßen
Nun wird die Wanderung zunächst wieder gemütlicher. Über kleine Wege und Nebenstraßen geht es durch die landwirtschaftlich genutzte Landschaft oberhalb des Tales.
Später wird der Anstieg noch einmal steiler. Oberhalb von Era de la Mota verlasse ich die Straßen wieder und wechsle auf schöne Wanderpfade.
Gerade im Winter ist dieser Abschnitt besonders reizvoll. Die Hänge sind grün, am Weg wachsen Agaven und Feigenkakteen und zwischen den Feldern stehen zahlreiche Mandelbäume.
Während der Mandelblüte im Januar und Februar kommen ihre weißen und rosafarbenen Blüten dazu.

Oberhalb von Tenteniguada weiter bergauf
Nun geht es wieder überwiegend auf Wanderpfaden weiter.
Der Weg führt oberhalb von Tenteniguada entlang und gewinnt langsam weiter an Höhe. Gleichzeitig werden die Aussichten immer besser.
Vor mir tauchen jetzt die markanten Felsformationen rund um Tenteniguada auf. Je höher ich komme, desto weiter öffnet sich die Landschaft.
Der schönste Aussichtspunkt der Wanderung

Am höchsten Punkt der Runde lohnt sich eine längere Pause.
Unter mir liegt Tenteniguada mit seinen Häusern, Gärten und Feldern. Dahinter steigen die schroffen Riscos de Tenteniguada auf.
Gerade im Winter ist dieser Blick besonders schön: grüne Terrassen und Wiesen im Vordergrund und darüber die dunklen vulkanischen Felsen.
Für mich ist das der landschaftliche Höhepunkt der Wanderung.
Hinunter nach Tenteniguada

Nach der Pause beginnt der Abstieg.
Auf schönen Wanderwegen geht es hinunter in Richtung Tenteniguada. Dabei verändern sich die Ausblicke ständig und die Felslandschaft begleitet mich noch eine ganze Weile.
In Tenteniguada erreiche ich wieder die ersten Häuser. Je nach Tagesablauf und Öffnungszeiten bietet sich hier auch die Möglichkeit zu einer kleinen Einkehr.
Anschließend geht es auf kleinen Straßen durch die Ortsteile unterhalb von Tenteniguada weiter bergab.
Gerade dieser Abschnitt macht die Wanderung rund um Tenteniguada besonders abwechslungsreich, weil sich Natur, Kulturlandschaft und kleine Siedlungen direkt miteinander verbinden.
Auf einem alten Steinweg zurück zum Barranco

Für den letzten größeren Abschnitt verlasse ich die Straßen wieder.
Auf einem schönen alten, teilweise noch mit Steinen gepflasterten Weg geht es hinunter Richtung Barranco. Solche historischen Verbindungswege findet man noch an vielen Stellen im Bergland Gran Canarias.
Zwischen Agaven, Feigenkakteen, alten Feldern und einzelnen Bäumen verliert der Weg schnell an Höhe.
Dieser Abschnitt zeigt auch sehr schön, wie unterschiedlich Gran Canaria im Jahresverlauf aussehen kann. Im Winter ist hier vieles kräftig grün, während die gleiche Landschaft nach dem langen trockenen Sommer deutlich karger wirkt.
Schließlich erreiche ich wieder den Barrancogrund und treffe auf den Weg vom Beginn der Wanderung.
Von dort geht es noch einmal hinauf nach Valsequillo, wo die Rundwanderung an der Plaza San Miguel endet.
Weitere Fotos der Rundwanderung oberhalb von Valsequillo

Blick über die grüne Landschaft bei Tenteniguada auf die markanten Berge und Riscos im Inselinneren von Gran Canaria.

Landwirtschaft gehört bis heute zum Landschaftsbild rund um Valsequillo und Tenteniguada – hier mit einem kleinen Traktor auf den Feldern.

Im Winter leuchten die Wiesen und Felder rund um Valsequillo kräftig grün und gelb, im Hintergrund liegen die Berge von Tenteniguada.

Mandelblüte bei Valsequillo: besonders im Januar und Februar ist diese Wanderung durch die blühende Kulturlandschaft sehr schön.

Schmale Wanderpfade führen durch die grüne Landschaft oberhalb von Valsequillo in Richtung Tenteniguada.
